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Atomkraftwerke in Deutschland

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Atomkraftwerke in Deutschland Empty Atomkraftwerke in Deutschland

Message  nicoleP Jeu 28 Juin - 15:32


Viele Deutsche möchten, dass man die Atomkraftwerke sofort abschaltet. Es gibt keine sichere Atomkraft, sagen sie. Fukushima hat es deutlich gezeigt. Alternative Energien dagegen sind sicher, sauber, unerschöpflich und umweltfreundlich. Sie sind aber zu kostspielig, verlangen grosse Investitionen. Windkraftwerke oder Solaranlagen produzieren auch unregelmässig Strom (wenn kein Wind da ist und die Sonne nicht scheint). Ein schnelles Umsteigen auf alternative Energien ist kaum möglich. Man braucht also heutzutage andere Energiequellen. Braunkohle- und Steinkohlekraftwerke sind heute wieder tätig und produzieren elektrische Energie, obwohl sie die Umwelt viel mehr als Atomkraftwerke verschmutzen.

(Wir wissen ja, dass die Entsorgung des Atommülls schwer ist: das ist das Hauptproblem. Aber die Braunkohle, welche 2011 die wichtigste Energiequelle mit 25 Prozent bei der Stromproduktion war, zerstört beim Verbrennen die Ozonschicht und trägt zur Erdwärmung bei)

Warum haben die Deutschen diese Wahl getroffen?

Ohne die Kernenergie in den nächsten 20 (mehr oder weniger) Jahren werden deutsche Firmen nicht mehr wettbewerbsfähig sein. Der Wohlstand der Deutschen wird auch aufs Spiel gesetzt.

Stimmt das? Welches ist Ihre Meinung über dieses Thema? Nicole

nicoleP

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Message  odileD Dim 8 Juil - 23:22

Liebe Germanophile des Polyglott-Cafes,
Liebe Nicole,

Für einen Ausstieg aus der Atomenergie sprechen die Unfallrisiken und das immer noch ungelöste Problem der Entsorgung des Atommülls. Darüber hinaus gibt es alternative Energiequellen, die umweltfreundlicher und Ressourcen schonender sind. Diese Kritikpunkte haben in den 1970er Jahren Anti-Atom-Bewegungen ins Leben gerufen, die die zivile und militärische Nutzung der Atomenergie in Frage stellten.

1998
„Bereits in ihrem Koalitionsvertrag hielten die Regierungsparteien (SPD / Bündnis 90/Die Grünen 1998) das Ziel fest, „die Nutzung der Atomkraft so schnell wie möglich zu beenden“ Allerdings stellte der Ausstieg aus der Atomenergie nur einen Teil des umweltpolitischen Programms der neuen Regierung dar“.
Warum ein Ausstieg aus der Atomenergie?

Tschernobyl
Die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl im Frühjahr 1986 ist für einige westliche Industrieländer ein Auslöser gewesen, aus der Atomenergie auszusteigen.

Die Hauptgründe für einen Ausstieg der Atomenergie sind die Strahlenrisiken aus technischen Störungen oder menschlichen Versagen, Strahlen durch Emissionen beim Betrieb des Atomreaktors

(Ein Atomkraftwerk arbeitet zwar weitestgehend ohne dass CO2 ausgestoßen wird, aber die Anreicherung des Hauptbrennstoffs Uran sowie die Endlagerung radioaktiver Abfälle setzen umso mehr Kohlendioxid frei. Damit produziert ein Atomkraftwerk Umweltorganisationen zufolge etwa doppelt so viel des umweltschädlichen Treibhausgases wie ein Wasserkraftwerk.)

und Strahlen durch die Zwischen- und Endlagerung des Atommülls. Das Problem des Atommülls bleibt ungelöst. Darüber hinaus gäbe es eine Reihe von potentiellen Gefahren, wie z. B. Erdbeben, Kriege, Terrorismus, Flugzeugabsturz.

Bei dieser Entscheidung haben ebenfalls ökonomische Aspekte eine Rolle gespielt. Unter Berücksichtigung der Kosten (staatliche Forschungsförderungen, Entsorgung, usw..) ist man zu der Erkenntnis gekommen, dass das Betreiben eines Atomreaktors teurer ist als andere Energieträger, außerdem würde durch die große Wärmefreisetzung Energie verschwendet. Der AKW-Standort hätte negative Auswirkungen auf die Landwirtschaft, den Wert der Immobilien, auf den Tourismus und wäre für eine Veränderung des Kleinklimas verantwortlich.

Folgende Länder haben sich für einen Ausstieg ausgesprochen:

1978 – Österreich
1980 – Schweden
1987 – Italien
1999 – Belgien
2000 – Deutschland

Die anderen europäischen Länder haben den Ausstieg aus der Atomenergie abgelehnt.

In Deutschland
Mit dem Atomkonsens vom 14. Juni 2000 traf die damalige rot-grüne Bundesregierung mit den vier großen Stromanbietern E.ON, EnBW, RWE und HEW (heute: Vattenfall Europe) eine Vereinbarung, die die künftige Nutzung der vorhandenen Kernkraftwerke zur gewerblichen Erzeugung von Elektrizität befristen sollte.
Am 11. Juni 2001 wurde die Vereinbarung unterzeichnet. Aber erst mit der am 27. Februar 2002 vorgenommenen Novellierung des Atomgesetzes („Gesetz über die friedliche Verwendung der Kernenergie und den Schutz gegen ihre Gefahren“) konnte die Vereinbarung offiziell in Kraft treten.
Das veränderte Atomgesetz sah einen langfristigen Ausstieg aus der Atomenergienutzung vor. Zentrale Punkte waren der Verbot eines Neubaus von Kernkraftwerken und die Befristung der Regellaufzeit der Kernkraftwerke auf durchschnittlich 32 Jahre seit Inbetriebnahme. Das Gesetz lag fest, dass nur noch 2,62 Gigawattstunden Strom in den Kernkraftwerken erzeugt werden dürften.
Am 31. Dezember 2005 war der Ausstieg in Deutschland in etwa zu einem Drittel vollzogen. Weitere Kraftwerke sollten voraussichtlich bis 2009 auslaufen.

2009
Das Atomunglück im japanischen Fukushima hat den Ausstiegsprozess beschleunigt.

Erneuerbare Energie, eine Alternative?

Seit längerer Zeit spricht man von den erneuerbaren - auch regenerativen genannten - Energien. In Form von Sonnenlicht, Windenergie, Wasserkraft, Biomasse und Erdwärme können diese Quellen genutzt werden. Man hofft, dass diese einen immer größeren Anteil des Energiebedarfs des Landes decken werden. Die sunventionierte Kohle liegt nur noch beschränkt auf eigenem Gebiet und wird bald nicht mehr ausreichen. Allerdings muss der stets steigende Energiebedarf eines Industrielandes regelmäßig gedeckt sein, was die Solar- und Windenergie nicht gewährleisten können,
„wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht“
. Und wenn schon, man hat keine oder unzureichende Energiespeicher.

Die Spritgewinnung aus Biomaterial wie Mais und Sonneblumen ist auch sehr umstritten und die Erdwärme immer noch kostspielig.

Zurzeit muss Deutschland Erdöl und Erdgas für rund 75% seines Energiebedarfs importieren und unter diesen Umständen ist das Land stark abhängig und somit gefährdet. Nur bedingt abhängig ist nun Deutschland vom Atomstrom aus den Nachbarnländern.

Deutschland ganz ohne Atomstrom? Eine Energiewende hin zu 100% Ökostrom ohne Abstriche an Lebensstil und Wirtschaftskraft? Sie kann spätestens 2050 vollendet sein.

Gut zu Wissen
„Vor dem Atom-Moratorium war Atomenergie mit 23,3 Prozent der zweitgrößte Energielieferant nach Kohle, die zu 43,6 Prozent zur Energieerzeugung beitrug. Diese Zahlen stammen von 2008, der Anteil erneuerbarer Energien wurde damals als „unerheblich“ bis „verschwindend gering“ deklariert. 2011 ist die Welt eine andere: So stehen aktuell 25 Gigawatt installierter Windkraftleistungen und 17,7 Gigawatt installierter Photovoltaikleistung 12,68 Gigawatt Leistung aus Atomkraftwerken gegenüber.“

Also Deutschland kann es ohne Atomstrom schaffen, braucht aber noch etwas Zeit... oder?

Es bleibt zu hoffen, dass die Abschaltung der Atomanlagen, einen Druck auf die Betreiber und die Kraftwerksindustrie ausüben wird, damit mehr Innovationen zur Entwicklung nachhaltiger und sozialverträglicher Energietechnologien entstehen, die Deutschland und die europäischen Länder zu gute kommen.

Wer sich mit dem Thema Energiepolitik intensiv beschäftigen möchte, kann das sehr interessante Schriftstück unter dem Titel

„Energiepolitik in Deutschland: Zwischen „ökologischer Industriepolitik“ und klimapolitischem Pragmatismus“

http://library.fes.de/pdf-files/bueros/seoul/08101.pdf

lesen.

Ferner habe ich noch eine anschaulichere Dokumentation im Internet gefunden, die ausführlich und sachlich über die Risiken eines deutschen Mammutprojets Deutschlands aufgrund seines Atomausstiegs berichtet.

http://www.welt.de/wirtschaft/energie/article13911271/Risiken-eines-deutschen-Mammutprojekts.html

Wie sieht es heute mit den Atomkraftwerken europaweit aus?

http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Kernkraftwerke_in_Europa

Eine Frage an Euch: Wie sieht es mit der Energiepolitik in Frankreich aus?

LG

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Message  Guilaine Ven 13 Juil - 17:22

Liebe Odile,

Danke für deine Anwort ; das thema hast du vertieft und erklärt für uns ; am Donnerstag um 22.20 warst du sehr mutig um solches thema zu studieren. Jetzt muss ich auch dazu arbeiten, es ist ein wichtiges problem, das ein bisschen Konzentration verlangt. Ich werde später darauf zurückkommen. Hoffentlich hat Nicole auch ihren Computer geöffnet,
damit wir über das Thema sprechen können.
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Message  MurielB Dim 15 Juil - 22:02

Liebe Nicole, odile Guilaine

Ich war so froh diese interesant Tema zu lesen. Zur Zeit habe Ich venig Zeit eine gute Anwort zu schreiben. Wie guilaine werde ich später darauf zurückkommen

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